DIE MAUER | CTEHA

DIE MAUER | CTEHA

Nov
2014

/ Wort-Sound-Performance nach Leonid Andrejew

Im Rahmen des Mauerfälle Festivals

Mehr als eine Lesung:

Mit kalkweißen Gesichtern, von schwarzen Kimonos umflattert, stürzen sich zwei fulminante Sprecher im Stimmenduett in den Abgrund einer der makabersten von Leonid Andrejews apokalyptischen Erzählungen, in der eine Horde Leprakranker verzweifelt versucht, auf stöhnender Erde in ächzender Nacht die sie umgebende Mauer zu überwinden. Dazu erzeugt der Plattenvirtuose DJ Illvibe seine suggestiven Geräuschphantasien.


e-Book-Premiere nach der Vorstellung vom 06 November:

Bei Matthes & Seitz Berlin, einem der derzeit profiliertesten Verlage der Stadt, erscheint DIE MAUER von Andrejew in Leopold von Verschuers Übersetzung als e-Book, zusammen mit seinem Bericht, wie er im Westberliner Kessel Anfang der 80er Jahre diese bislang nie auf Deutsch veröffentlichte Erzählung entdeckte. L.v.Verschuer liest daraus im Anschluss an die Performance.


Mit Kirsten Hartung, Sebastian König Plattengeräusche DJ Illvibe Übersetzung / Szenische Einrichtung Leopold von Verschuer Produktionsassistenz Jasmin Schäffler

Leonid Andrejew (1871-1919) wurde als zunächst viel beachteter expressiver Erzähler zeitweise von Maxim Gorki gefördert. Seine düsteren Erzählungen entsprachen jedoch nicht dem revolutionären Zeitgeist, seine Weltsicht verdüsterte sich zunehmend, er geriet in Vergessenheit und starb verbittert in Finnland. Die visionär-makabre Erzählung DIE MAUER wurde nie auf Deutsch veröffentlicht.

DJ Illvibe begann mit fünfzehn in Hip-Hop-Clubs aufzulegen. Er ist DJ der Dancehallband Seeed (bis 2005) und der Berliner Hip-Hop-Gruppe Moabeat. Mit dem Jazzpianisten Alexander von Schlippenbach und Aki Takase veröffentlichte er 2005 das Album Lok. 03. Er arbeitet er an vielen Musikprojekten in Berlin aktiv mit und ist DJ in Berliner Clubs. Als Mitgründer des angesagten Produzententeams THE KRAUTS hat er maßgeblichen Anteil an der Wiederbelebung des deutschen HipHop.

Kirsten Hartung spielte in Berlin, Basel und Zürich und ist in zahlreichen Hörspielen im Deutschlandradio und dem Bayerischen Rundfunk zu hören, darunter als brillant vielstimmige Solistin im Hörspiel „Gilsbrod“ von Sabine Bergk und diversen Hörspielen von Kathrin Röggla.

Sebastian König von 2008 bis 2012 im Ensemble der Volksbühne, brillierte zuletzt in Berlin und Paris in der Hauptrolle des Stücks „Die Sonne“ von Olivier Py (aktueller Leiter des Festival d’Avignon), das dieser für die Volksbühne schrieb und inszenierte.

Kartenpreis € 8,-