HOMO AUTOMATICUS

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Apr
2014

/ Der Monolog des Adramelech
von Valère Novarina / Leopold von Verschuer

Ein unbändiges und hochkomisches Mosaik von Geschichten und Lebensfragmenten ist der Monolog des Adramelech: Schöpfer und Geschöpfe treten auf, der Gebirgsbote Peter Prompt (der einen Arm verlor), der naive Adam und die nicht naive Eva, der verhinderte Prophet Abimelech und dutzende andere – Leopold von Verschuer verkörpert sie alle in hochpoetischer Sprache.

Texte von Valère Novarina, einem der bedeutendsten lebenden Theaterautoren Frankreichs, sprengen alle Gattungsgrenzen, sie sind performativer Selbstversuch in einem exzessiven Akt, der den Ansatz des automatischen Schreibens der Surrealisten ins Maßlose weiterführt. Novarina versteht Schreiben nicht als intellektuelle Tätigkeit, sondern als Körpertechnik gegen die Sprache, als zerstörerische Befreiung von der bedeutungszentrierten Norm. – Die staunenswerte Übersetzung wird von Leopold von Verschuer selbst inszeniert und auf der Bühne spielend interpretiert.

Von Verschuer gibt dem deutschsprachigen Theater, das zunehmend vertextet und verdiskursiviert daherkommt, den verloren gegangenen Glauben an die Körperlichkeit des Schauspieltheaters wieder. (Die Welt)

Atemberaubend (…) eine Meisterleistung. (Tages-Anzeiger Zürich)

Grandios irrwitziger Theaterabend (…) ein wahnsinnig komisches Sprachlabyrinth“ (Kieler Nachrichten)

Seit der Theaterdiscounter-Premiere im April 2014 gastierte die preisgekrönte Aufführung in Zürich und Luxemburg, beim Internationalen Thespis Monolog Festival in Kiel und beim Primeurs Autorenfestival für französische Gegenwartsdramatik in Saarbrücken. Nach seinem mehrtägigen Gastspiel am Theater an der Gumpendorfer Straße in Wien zeigt Leopold von Verschuer nun noch einmal eine Tischfassung im Studio des TD.


Übersetzung, Regie und Spiel Leopold von Verschuer Produktion von TEXTARBEITER in Kooperation mit THEATERDISCOUNTER / Theater an der Winkelwiese Zürich / Fundamental Monodrama Festival Luxemburg u.a.

Valère Novarina, geboren 1947 bei Genf, wuchs in Frankreich auf und studierte an der Sorbonne Philosophie und Philologie. Patrice Chéreau nannte ihn den interessantesten Gegenwartsdramatiker Frankreichs nach Koltès’ Tod. 2006 wurde ihm die Aufnahme ins offizielle Repertoire der Comédie Française zuteil.

Diese Koproduktion des TD errang ein Special Acknowledgement beim Internationalen Thespis Monolog Festival in Kiel 2014, sowie den Publikumspreis des Autorenfestivals ‚Primeurs’ für französische Gegenwartsdramatik Saarbrücken 2014.

Kartenpreis: € 8,- Einheitspreis