Kongo Müller

Mai
2014

Theater Rampe Stuttgart

am 30. Mai Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Auf seinem postkolonialen Egotrip erbeutet Performer Laurenz Leky eine kuriose Trophäe: das deutsche Wesen. Ein Theaterabenteuer im Dickicht von Neokolonialismus, exotischer Faszination und deutscher Schuld.

Den ehemaligen Wehrmachtssoldaten Siegfried Müller verschlägt es in den 60er Jahren als Söldner auf den afrikanischen Kontinent. Die Härte und Brutalität, mit denen er im Kongo Aufstände niederschlägt, verschaffen ihm zweifelhafte Berühmtheit als „Kongo-Müller“. Einem größeren Publikum wird er durch den DEFA Film „Der lachende Mann. Bekenntnisse eines Mörders“ bekannt. Den Filmemachern Walter Heynowski und Gerhard Scheumann gelang es nicht nur „Kongo-Müller“ selbst vor die Kamera zu bekommen, vielmehr plaudert dieser unter zunehmenden Alkoholeinfluss freimütig über seine „Arbeit“, gibt Auskunft über Mord und Gewalt und verkündet: „Ich bin ein Verteidiger des Westens, der christlichen oder der westlichen Hemisphäre. Und damit hört alles andere auf, alle Ideologie oder sonst was.“

50 Jahre später nehmen Laurenz Leky und Jan-Christoph Gockel die Geschichte aus „Der lachende Mann“ zum Ausgangspunkt ihrer Reise nach Afrika, in den Kongo. Dabei wird nicht nur der Weg vom spießbürgerlichen Taugenichts zum monströsen Medienhelden, sondern deutsche Geschichte erzählt: Der gestürzte „Herrenmensch“ findet seinen Wert als personifizierter Rüstungsexport im Kongo wieder. Und die Kamera läuft.


…eine One-Man-Show des Schauspielers und Performers Laurenz Leky. Er ist ein charismatischer Selbstdarsteller, der sein Publikum fesseln kann. nachtkritik.de, 31.1.2014

„Kongo Müller”, durch die aktuelle Diskussion über mögliche neue Auslandseinsätze der Bundes-wehr noch einmal brisanter, bietet so insgesamt ein dichtes und bestens gefülltes Themennetz. Laurenz Leky gelingt es mit seinem Spiel, die vielen Fäden des Abends zusammenzuhalten. Stuttgarter Nachrichten, 1.2.2014


Performance Laurenz Leky Regie Jan-Christoph Gockel Dramaturgie Nina Gühlstorff Video Florian Rzepkowski Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg Produktion des Theater Rampe Stuttgart

Mitwirkende Workshop Kigali Bernardine Ausabe / Catherine Foulon / Yves Peter Kityana (Kamera) / Patrick Kirjhura / Abdoul Muhyambere / Patrick Musoni Nkusi / Mouhamad Nshimiyimana / Jean Baptiste Nyamyenda / Jonas Petry / Ericks Shyaka / Manon Winkler Special Thanks Dominique Bikaba Technical Support Simon Gockel

KONGO MÜLLER (und es mag am deutschen Wesen / einmal noch die Welt genesen) ist ein zweiteiliges Theaterprojekt der Theaterschaffenden Jan-Christoph Gockel, Nina Gühlstorff und Laurenz Leky. Teil 2 EXPATSEXPORT wird im November 2014 im Theater Rampe Stuttgart uraufgeführt. Regisseurin Nina Gühlstorff wird sich darin mit den Expats in Angola und seiner wirtschaftlich aufstrebenden Hauptstadt Luanda auseinandersetzen.

Kartenpreise € 13,- / ermäßigt € 8,-

Das Publikumsgespräch am 30. Mai findet statt in Zusammenarbeit mit